29. August 2019

Wasser. Tanz. Resonanz.

Wir Menschen sind Wasserwesen. Bei unserer Geburt besteht der Körper zu 95% aus Wasser. Im Erwachsenenalter tragen wir ca. 43 l Wasser in uns  – 80 % unseres Körpervolumens! Klang reist im Wasser besser als in jedem anderen Medium, im Meer legt die Klangwelle 1500 m pro Sekunde zurück und ist damit fünfmal schneller als an Land. Wir gehen in Resonanz mit Vibrationen, Tönen und Klängen. Jederzeit. Wir können uns gar nicht dagegen wehren. Zu Anbeginn der Schöpfung war das Wort. Worte können betören, trösten, verdammen. Unser Körper stimmt sich pausenlos ein. Die Sprache singt ein Lied davon – hochgestimmt, eingestimmt, missgestimmt, umgestimmt. Jede Silbe, jedes Wort, jedes Rauschen, Pfeifen, Klingen erzeugt durch Frequenz und Vibration so etwas wie einen Abdruck oder Eindruck in unseren Zellen. Für einen vorübergehenden Moment. Denken Sie an die Kreise und Wellen, die der ins Wasser geworfenen Stein erzeugt.
Wir wissen von unseren Haustieren, dass sie besser hören können als wir, weil ihre Ohren ein breiteres Frequenzspektrum wahrnehmen. Denken wir je daran, dass unser Körper durch das Wasser, das seinen Hauptbaustoff bildet, auch in ganz anderen Regionen hören kann als die Ohren? Ich vergesse das immer wieder, ich vergesse auch immer wieder, wie heilsam Klänge sein können. Klangtherapie heißt es heute, die alten Schamaninnen vor 5000 Jahren wussten schon lange von der Macht ihrer Trommeln und Lieder. Schauen Sie sich diese kurze Demonstration an, welche Auswirkungen eine Tonfrequenz und ihre Veränderung auf eine Ansammlung von Sand hat. Die Erklärungen zu dem Vorgang sind englisch. Doch Sie brauchen die Sprache gar nicht zu verstehen, um zu begreifen, was da gezeigt wird: https://www.youtube.com/watch?v=W6PSA5bYTxs&app=desktop

Vielleicht haben Sie Lust auf eine kleine Übung im Alltag:
Beobachten Sie, welche Rolle Töne und Geräusche in Ihrem Leben spielen. Hören Sie gerne Musik? Welcher Art ist die Musik, die Sie gerne hören? Ist sie beruhigend, anregend, aufregend? Lassen Sie Radiosendungen einfach laufen, ohne ihnen besondere Beachtung zu schenken? Was halten Sie von Werbejingeln? Reden Sie eher laut oder leise (fragen Sie Ihre Freunde und Arbeitskollegen). Leben Sie in einer ruhigen oder belebten Gegend? Tanzen Sie gerne? Singen Sie mit Ihren Kindern/ein GuteNachtLied für sie? Bemerken Sie, in welcher Weise Klang Sie berührt. Machen Sie sich Notizen und überlegen Sie, in welcher Weise Klang, Töne, Musik Sie nähren könnte. Denken Sie an das Wasser in Ihrem Körper, das ein vorübergehendes Reisemittel für Klangwellen ist. Das geht mir durch Mark und Bein, noch so eine Formulierung, in der die Sprache den ewigen Dialog mit Freuquenz und Vibration ausdrückt. Stellen Sie unbeachtete Geräuschquellen einfach mal ab und beobachten Sie, in welcher Weise Sie dann das Klingen ihrer Umgebung wahrnehmen. Wie höre ich meine Stimme und die Stimme meiner Nächsten, wenn wir nicht gegen eine künstliche Geräuschkulisse anreden?
Kultivieren Sie ein paar Sekunden Stille.
Erinnern Sie sich, warum Sie hier sind.
Erinnern Sie sich, dass Ihr Leben heilig ist.

Remember why you came here – Remember your life is sacred.
…….. 2 Zeilen aus einem gesungenen Gebet, anders kann ich es nicht bezeichnen, das mir zugefallen ist und mich inspieriert hat, über Wasser, Tanz, Resonanz nachzudenken.
Vielleicht haben Sie Lust, die Musik anzuhören und, ja!, dazu zu tanzen!
Herzlich
Eva Scheller

 

 

Blessed we are
to dance on this ground,
The rhythm of saints to carry the sound.
We hold a prayer for the earth,
for the ones yet to come,
‚May you walk in beauty and remember your song.‘

Remember why you came here,
Remember your life is sacred.