14. Februar 2020

Louise Hay. My Valentine.

Es war einmal vor langer, langer Zeit… Als junge Frau war ich in einen Amerikaner verliebt. Vorher wusste ich nicht, was der Valentinstag ist. Heute weiß das wohl jedes Kind. Blumen, Geschenke, Herzen. Damals habe ich nicht begriffen, was das überhaupt soll, dieses Gewese, dass die Amerikaner um den 14. Februar machten. Karten. Blumen. Dinner. Dass es wichtig ist, am 14. Februar ein Valentine zu haben. Eine Verabredung. Irgendjemand hat das Gerücht aufgebracht, notleidende Blumenhändler hätten den Valentinstag als Tag der Verliebten erfunden, um ihr Geschäft anzukurbeln. Möglicherweise stimmt auch das ein bisschen. Allerdings wird der Valentinstag seit dem Jahr 496 begangen. In Gedenken an den Hl. Valentin. Sein besonderes Verdienst lag darin, ein sehr verliebtes Paar getraut zu haben, dass aus Gründen der Staatsräson hätte unverheiratet bleiben sollen. So also wurde der Hl. Valentin zum Schutzpatron der Verliebten. Und vielleicht auch der Blumenhändler.

Was halten Sie vom Valentinstag? Mögen Sie Blumen? Wenn nein, warum nicht? Wünschen Sie sich besondere Aufmerksamkeiten am 14. Februar? Wenn ja, von wem? Möchten Sie einem Menschen, der Ihnen am Herzen liegt, etwas besonders schenken an diesem Tag? Denken Sie am 14. Februar mehr über die Liebe nach als sonst? Oder gehören Sie zu denen, die sich ausgeschlossen fühlen, weil Sie am Valentinstag kein Valentine haben?

Egal, was wir vom Valentinstag halten. Er ist mittlerweile in unserer Kultur angekommen wie Weihnachten, Ostern und Halloween. Es gibt nun die Möglichkeit, sich darüber aufzuregen oder ihn zu ignorieren. Aus welchen Gründen auch immer. Oder ihn (zu zweit) zu feiern. Egal, zu welcher Fraktion  Sie gehören – ich möchte vorschlagen, den Valentinstag etwas umzugestalten.

Lassen Sie uns den Valentinstag zum Tag der Liebe erklären. Zum Festtag der Liebe zu allen Menschen, zum Festtag, der weit über eine Paarbeziehung, Blumenhändler und Trauer über fehlende Zweisamkeit hinausweist.

Kennen Sie Louise Hay? Louise Hay ist die Königin der Liebe. Sie lebt nicht mehr, doch wird sie immer die Königin der Liebe bleiben. Sie lehrte die heilende Kraft der Liebe. Und zwar der liebenden Beziehung zu sich selbst, vor allen anderen Liebesbeziehungen.

Ich habe lange nicht verstanden, in welcher Weise sie das meinte. Eines ihrer Bücher – Spiegelarbeit – enthält ein 21 Tage Programm, wie wir durch den Blick in den Spiegel eine liebevolle Beziehung zu uns selbst entwickeln können. Sehen Sie sich gerne im Spiegel an? Und zwar 1. nur ansehen und 2. nur ihr nacktes Gesicht betrachten? Ich mochte mich über lange Phasen gar nicht im Spiegel anschauen und schon gar nicht freundlich. Ich kenne viele Menschen, denen es ähnlich geht oder ergangen ist. Schon ein interessantes Phänomen, oder? Dass wir dieses unser Gesicht oft nur unter dem Blickwinkel des Verbesserungsbedarfs betrachten.

Louise Hay sagte, der Mensch, mit dem wir am meisten Zeit verbringen und am intimsten zusammen sind, sind wir selbst. Besser, eine gute Beziehung zu sich zu haben, alles andere wäre unsinnig in Anbetracht der Tatsache, dass wir auf Gedeih und Verderben mit uns selbst zusammen sind. Keine Scheidung jemals möglich……

Also, Spiegelarbeit. Ich habe es ausprobiert. In meiner Küche steht ein kleiner Spiegel, in dem ich mich ein paarmal am Tag freundlich ansehe. Das gelingt mal besser und mal schlechter. An einem Tag aber erblickte ich mein Spiegel Antlitz. Und für ein paar Sekunden war ich in meinen Anblick verliebt. Ich sah mich mit den Augen eines Menschen, dem ich sehr, sehr am Herzen liege und der eine tiefe Freude empfindet, wenn er mich sieht. Das war schon was, so ein Blick auf mich selbst. So eine geballte Freundlichkeit und Freude und auch Begeisterung.

Sind Sie vielleicht gerade verliebt? Oder erinnern Sie sich an Ihre letzte Verliebtheit? Dann wissen Sie: Wenn wir verliebt sind, sehen wir die ganze Welt mit einem liebenden Blick. Alles ist schöner, heller, weniger beschwerlich als in den Zeiten, da wir nicht verliebt sind. Nicht umsonst heißt es, auf rosaroten Wolken schweben……. Stellen Sie sich vor, Sie könnten der Welt mit dieser verliebten, rosaroten Freundlichkeit begegnen, weil der Blick auf Sie selbst ein verliebter Blick ist.

Wieviel schöner wäre Ihr Leben, ganz unabhängig davon, ob das nun in der Beziehung besser oder vielleicht nicht so gut läuft! Und stellen Sie sich vor, wie unsere Welt aussehen würde! Wie wir einander begegneten, an der Kasse im Supermarkt, vor der roten Ampel, im Büro, in der Schule ……

Ich habe mir zu Weihnachten einen Abreißkalender mit Louise Hay Affirmationen geschenkt. Am 14. Februar heißt es dort:

Heute strahle ich Wärme und Freundlichkeit aus
für jeden Menschen, dem ich begegne.

Wie passend für den Tag der Liebe!

Ich lade Sie ein, in der nächsten Woche eine kleine Form von Spiegelarbeit durchzuführen:

  1. Sagen Sie sich 7 Tage lang jeden Morgen, wenn Sie sich im Spiegel betrachten (beim Kämmen, Zähneputzen, Schminken…) : „Schön, dass es dich gibt. Ich freue mich auf den Tag mit dir und bin neugierig, was uns alles begegnet“.
  2. Notieren Sie, wie es Ihnen geht, wenn Sie sich diese Sätze sagen. Ziel ist nicht, großartige Gefühle hervorzurufen. Bemerken Sie einfach, wie sich das anfühlt, wenn Sie auf diese Weise sich selbst zur Kenntnis nehmen. Auf einer Skala von 0 – 10, wie angenehm ist es, sich diese 2 Sätze zu sagen? 0 gar nicht, 10 sehr. Schreiben Sie jeden Tag die „Angenehmheitsquote“ auf.
  3. Am Ende der 7 Tage reflektieren Sie, ob sich etwas verändert hat.
  4. Wenn wir etwas zur Gewohnheit werden lassen wollen, müssen wir es mindestens 21 Tage, am besten 28 Tage lang üben. Also, vielleicht verlängern Sie Ihren freundlichen Blick in den Spiegel entsprechend. Und wenn Ihnen andere liebevolle Sätze einfallen, die Sie sich sagen wollen – nur zu!

 

Herzliche Grüße

Eva Scheller